Das ändert sich 2023

Zum Jahreswechsel treten einige Gesetzesänderungen in Kraft, die sich für Sie finanziell bemerkbar machen könnten. Vom Sparerpauschbetrag bis hin zur elektronischen Krankmeldung. Wir fassen die wichtigsten Neuerungen für Sie verständlich zusammen und geben Ihnen Anregungen, wie wir Ihnen beratend mit unseren Experten zur Seite stehen können. Gerne können Sie direkt online einen Termin für erste Fragen vereinbaren.

Staatliche Leistungen

Erhöhung des Kindergeldes und Kinderfreibetrages

Ab dem 1. Januar 2023 erhöht sich das Kindergeld einheitlich auf jeweils 250 Euro pro Kind. Das bedeutet für das erste und zweite Kind eine Erhöhung von 31 Euro und ab dem dritten Kind eine Erhöhung von 25 Euro im Monat. Zusätzlich erfolgt eine Anpassung des Kinderfreibetrages: Im neuen Jahr steigt er um 404 Euro an und liegt dann bei 8.952 Euro jährlich je Kind für beide Elternteile. Bei getrennten Eltern wird der halbe Freibetrag angesetzt.

Unser Tipp: Nutzen Sie die Kindergelderhöhung, um für die Zukunft Ihres Kindes (Ausbildung, Führerschein, …etc.) Geld zurückzulegen oder gezielt abzusichern.

Ausbildungsfreibetrag wird angehoben

Viele Eltern unterstützen ihre Kinder während der Berufsausbildung finanziell. Ist der Nachwuchs zum Beispiel volljährig und wohnt nicht mehr zu Hause, so kann der Freibetrag zur Abgeltung des Sonderbedarfs eines auswärtig untergebrachten volljährigen Kindes in Berufsausbildung (so genannter „Ausbildungsfreibetrag“) geltend gemacht werden. Dieser wird ab dem 1. Januar 2023 von 924 Euro auf 1.200 Euro je Kalenderjahr angehoben.

Verdienstgrenze für Midijobs steigt

Ab dem neuen Jahr können Midijobber pro Monat zwischen 520 und 2.000 Euro verdienen. Bisher durften Arbeitnehmende dieser Gruppe monatlich maximal 1.600 Euro verdienen. Bis zu dieser Grenze gilt, dass Beschäftigte geringere Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen.

Hartz IV wird durch das Bürgergeld abgelöst

Ab Januar 2023 löst das Bürgergeld die bisherigen Hartz IV-Leistungen ab. So bekommt ab Januar 2023 eine einzelne Person als Regelbedarf 502 Euro, ein Paar in einer Bedarfsgemeinschaft 902 Euro.

Wohngeld-Anpassungen

Mehr Haushalte als bisher werden ab Januar mit einem staatlichen Mietzuschuss entlastet: Ab 2023 sollen rund zwei Millionen Haushalte Wohngeld erhalten. Bisher haben 600.000 Haushalte diese Leistung erhalten. Außerdem soll das Wohngeld um durchschnittlich 190 Euro auf rund 370 Euro im Monat aufgestockt werden. Die Höhe des Wohngelds hängt dabei nicht nur vom Einkommen, sondern auch von Miete, Haushaltsgröße und Wohnort ab.


Steuern

Steuerlicher Grundfreibetrag

Der Einkommensteuertarif bemisst sich nach der Höhe des zu versteuernden Einkommens. Bis zum sogenannten Grundfreibetrag ist das Einkommen steuerfrei. Ab dem 1. Januar 2023 wird dieser für Alleinstehende auf 10.908 Euro angehoben. Bei verheirateten Paaren verdoppelt sich der Grundfreibetrag auf 21.816 Euro. Eine weitere Anhebung ist für 2024 vorgesehen. Weiterhin wird der Spitzensteuersatz, statt wie bisher bei 58.597 Euro, im Jahr 2023 ab 62.810 Euro greifen.

Unser Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater. Gerne beraten wir Sie bei der optimierten Geldanlage oder Immobilienfinanzierung mit unseren Spezialisten.

Weniger Steuern auf Kapitalerträge

Der Freibetrag für Einkünfte aus Kapitalerträgen, der Sparerpauschbetrag, erhöht sich im Jahr 2023 von 801 Euro auf 1.000 Euro und bei Ehegatten von 1.602 Euro auf 2.000 Euro. Der Sparerpauschbetrag wird unmittelbar bei der Abrechnung der Kapitalerträge durch die Kreditinstitute berücksichtigt, wenn ein Freistellungsauftrag bei der Bank erteilt wurde.

Unser Tipp: Ihre Volksbank Wickede (Ruhr) eG bietet wieder Zinsen für einige Geldanlagen an.  Daher ist es ratsam, zeitnah die Freistellungsaufträge zu prüfen und anzupassen. Für unsere Kunden funktioniert dies unkompliziert in unserem neuen Online-Banking, telefonisch oder direkt bei uns in der Bank. In dem Zuge lohnt es sich die Geldanlagen zu prüfen, denn weiterhin ist die Inflationsrate hoch und führt somit zu Kaufkraftverlust bzw. Wertverlust ihrer Anlage.

Höhere Homeoffice-Pauschalen

Ab 2023 können statt 600 bis zu 1.260 Euro Homeoffice-Pauschale bei der Steuererklärung angesetzt werden. Ab 2023 können bis zu 210 statt bisher 120 Homeoffice-Tagen bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden.

Rentenbeiträge werden voll absetzbar

Ab dem 1. Januar 2023 können Aufwendungen für die Altersvorsorge vollständig von der Steuer abgesetzt werden. Dadurch erhöhen sich die als Sonderausgaben abzugsfähigen Altersvorsorgeaufwendungen im Jahr 2023 um 4 Prozentpunkte. Für viele Bürgerinnen und Bürger bedeutet das eine Entlastung bei der Einkommensteuer.

Unser Tipp: Gerade für Arbeiternehmer - vor allem Berufseinsteiger - ist ein Aufbau für die private Altersvorsorge sinnvoll. Die gesetzliche Änderung schafft weitere Anreize. Unsere speziell ausgebildeten Kundenberater finden individuelle Lösungen für Angestellte als auch für Selbstständige oder Freiberufler.


Versicherungen

Steigende Krankenkassenbeiträge

Die Krankenkassen werden ihre Zusatzbeiträge individuell erhöhen. Die Beiträge steigen im Durchschnitt aller Krankenkassen um voraussichtlich 0,3 Prozent auf 16,2 Prozent vom Bruttolohn der krankenversicherten Person. Je nach Krankenkasse kann der Beitrag auch unterhalb liegen. Ihr Arbeitgeber übernimmt für Sie ab dem 1. Januar 2023 neben der Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes zur Krankenversicherung auch die Hälfte des kassenindividuellen Zusatzbeitrages. Er zahlt außerdem die Hälfte des Beitrags zur Pflegeversicherung, derzeit 1,525 Prozent.

Unser Tipp: Vergleichen Sie die Leistungen als auch die Beiträge für 2023, ggf. ergibt sich im Gesamtpaket eine optimalere Konstellation. Gerne übernehmen dies auch unsere Verbundkollegen der R+V Versicherung. 

Jährliche Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze

Wie auch in den vergangenen Jahren wird auch im Jahr 2023 die Beitragsbemessungsgrenze an die Einkommensentwicklung angepasst. Es gelten dann neue Rechengrößen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung. In der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze auf 4.987,50 Euro im Monat an. In der allgemeinen Rentenversicherung wird die Beitragsbemessungsgrenze in den neuen Bundesländern bei 7.100 Euro im Monat und in den alten Bundesländern bei 7.300 Euro im Monat liegen.

Unser Tipp: Gerade für Arbeiternehmer – auch hier vor allem für Berufseinsteiger - ist ein Aufbau für die private Altersvorsorge sinnvoll. Die gesetzliche Änderung schafft einen weiteren Entlastungsbaustein. Lassen Sie sich beraten!

Wohnen

Photovoltaik-Anlagen

Mitte Dezember wurde das Jahressteuergesetz verabschiedet, das umfangreiche Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von PV-Anlagen bedeutet: Rückwirkend zum 1.1.2022 werden PV-Anlagen bis 30 kWp nicht mehr für die Einkommenssteuer berücksichtigt. Ab 1.1.2023 gilt für private PV-Anlagen ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent, der schon bei der Angebotserstellung vom Installationsbetrieb zu berücksichtigen ist. Außerdem wird die Einspeisung besser vergütet. Die neuen Vergütungssätze gelten auch schon für Anlagen, die noch im Jahr 2022 in Betrieb genommen wurden. Sie bleiben auch 2023 in konstanter Höhe erhalten.

Unser Tipp: Um die eigene Immobilie zukunftssicher zu modernisieren, sollten über die Anbringung einer PV-Anlage sowie weitere energetischen Maßnahmen in 2023 Ihre Überlegungen konkretisiert werden. Für die Finanzierung stehen unsere Finanzierungsberater mit den speziellen staatlichen Förderprogrammen gerne zur Verfügung.

Klimaabgabe fürs Heizen

Mieter zahlen die sogenannte CO2-Abgabe derzeit allein, ab Januar 2023 müssen sich Vermieter daran beteiligen. Maßstab ist die energetische Qualität des jeweiligen Gebäudes. Je schlechter diese ausfällt, umso höher liegt der Anteil der Vermieter. Bei besonders emissionsreichen Gebäuden müssen diese bis zu 95% der CO2-Abgabe tragen. Voraussetzung für eine Entlastung: Vermieter schlagen ihren Anteil nicht einfach auf die Miete um.


Sonstiges

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf dem gelben Papier bei Krankschreibungen hat ausgedient. Arbeitgeber müssen ab dem 1. Januar 2023 bei den Krankenkassen die Daten über die Arbeitsunfähigkeit ihrer Mitarbeitenden abrufen. Die Erkrankten müssen von da an keine Bescheinigung mehr vorlegen, die Arbeitsunfähigkeit aber weiter unverzüglich ihrem Arbeitgeber melden. Erkrankte erhalten bei Ärztinnen und Ärzten weiterhin eine Papierausfertigung für ihre Unterlagen. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gilt jedoch nicht für Privatversicherte.

Bundesweites 49-Euro-Ticket im Nahverkehr

Im Frühjahr 2023 soll das bundesweite 49-Euro-Ticket eingeführt werden. Für 49 Euro pro Monat können damit alle Busse und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs genutzt werden. Das 49-Euro-Ticket wird es voraussichtlich digital und als Plastikkarte geben. Es soll jeweils für einen Monat gültig und nur im monatlich kündbaren Abo erwerbbar sein. Der Startzeitpunkt des 49-Euro-Tickets ist noch unklar.


Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Rechtsgültigkeit und Vollständigkeit. Alle Informationen sind nach bestem Wissen zusammengestellt. Änderungen und Irrtum vorbehalten.

Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), Lohnsteuerhilfeverein, einen Berater bei Ihrer Bank oder die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.

Zuletzt aktualisiert am 02. Januar 2023.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR)
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