Der letzte Tag am Schreibtisch: Generationswechsel in der Bank

Aufsichtsrat und Belegschaft danken Friedrich-Wilhelm Porbeck

WICKEDE. „Die Eigenständigkeit der Volksbank Wickede war immer eine Herzensangelegenheit von mir. Und ich drücke fest die Daumen, dass das auch noch ganz lange so bleibt“ - bisher konnte Friedrich-Wilhelm Porbeck aktiv bei diesem Ziel mitwirken. Seit heute aber verfolgt er die weitere Entwicklung aus der Entfernung. Zunächst noch als Urlauber, ab März als Pensionär: Nach 26 Jahren an der Spitze des Wickeder Geldinstitutes absolvierte der Bankdirektor am gestrigen Donnerstag seinen letzten Diensttag.

Er vollziehe diesen Schritt „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, beteuert
der Altenaer Finanzexperte. Denn zum einen habe er immer gerne gearbeitet, zumal in Wickede, der „Industriegemeinde im Grünen“, die damals auf ihn wie auf viele Gäste der Bank gleich einen sehr positiven Eindruck gemacht habe. Für Porbeck ist da nach wie vor die Beobachtung, dass die
Kommune mehr Ein- als Auspendler hat, ein wichtiger Gradmesser für einen funktionierenden
Gewerbestandort. Dessen Entwicklung begleitete er in den vergangenen Jahren nicht zuletzt mit
seiner Mitwirkung im Führungsgremium des Gewerberings.

Letztmals in seinen 26 Jahren als Vorstand der Volksbank Wickede am Schreibtisch: Friedrich-Wilhelm Porbeck erhielt zur Feier des Tages gestern die Aufwartung des fast vollständigen Aufsichtsrates mit von links Vorsitzendem Kieserling und den Mitgliedern Gurka, Klatetzki und Schlautmann sowie daneben dem neuen Bankvorstand Holger Schwarz mit Direktor Jochen Bauerdick, der nun seit fünf Jahren das Vorstandsamt bekleidet. Foto: Hüttenbrink

Nachfolger noch eingearbeitet

Industrielandschaft und Arbeitsplatzsituation, hervorragende Verkehrsanbindungen,
ein wunderschönes Ortsbild - Porbeck benennt zum Abschied noch einmal die Vorzüge
Wickedes, die ihm das Wirken an der Spitze der Volksbank angenehm gemacht
haben - und die er nun hinter sich lassen muss.

Das lachende Auge hingegen blickt bereits in Richtung Ruhestand. Für ruhige Momente
aber dürfte allenfalls Porbecks Passion für die Modelleisenbahn sorgen. Denn
auch die großen Schienen rufen: Eine Fahrt mit dem Glacier Express von Zermatt
nach Davos, „dem langsamsten Schnellzug der Welt“, steht ganz oben auf seiner
Wunschliste. Auch Städtereisen, die Kanaren, Wandern und Golf sollen dem knapp
65-Jährigen nach 49 Berufsjahren die Zukunft versüßen. Eine der letzten Aufgaben
Porbecks im Amt war die Einarbeitung von Nachfolger Holger Schwarz. Zum 2. Januar
hatte der 39-jährige neue Direktor neben Bankvorstand Jochen Bauerdick seine
Aufgabe in Wickede angetreten, hatte Haus und Team kennen gelernt und begleitet
von Friedrich-Wilhelm Porbeck erste Antrittsbesuche in seinem neuen Wirkungsbereich
absolviert.

Auch für diesen Dienst an „seiner Bank“ hatte Friedrich-Wilhelm Porbeck gestern den Dank des Aufsichtsrates entgegen genommen, der seine Wertschätzung mit einer Visite am letzten Arbeitstag dokumentierte. Ebenso hatte die Belegschaft gestern Gelegenheit, ihren Chef in Urlaub und Ruhestand zu verabschieden - die letzte Begegnung wird es gleichwohl nicht sein, denn
abgesehen von der Schlüsselübergabe am Ende der Amtszeit werden Friedrich-Wilhelm
Porbeck und Nachfolger Holger Schwarz demnächst noch zur offiziellen Verabschiedung und Amtseinführung begrüßt.  hütt